Vor Wolfsburg-Duell: Göttlich sieht „Wettbewerbsverzerrung“

Vor Wolfsburg-Duell: Göttlich sieht „Wettbewerbsverzerrung“
Kritisiert Wolfsburgs Sonderrolle: Oke Göttlich
picture-alliance/HMB Media/SID/Fernando Soares

Oke Göttlich hat die Sonderrolle des VfL Wolfsburg im deutschen Profifußball scharf kritisiert. Der Präsident des FC St. Pauli sieht in den finanziellen Voraussetzungen des Liga-Konkurrenten, der von der 50+1-Regel ausgenommen ist, eine Benachteiligung anderer Klubs.

„Das ist eine Wettbewerbsverzerrung. Das kann man so sagen“, sagte Göttlich im Interview mit RTL/Sky vor dem Zweitliga-Duell der beiden Klubs am Samstagabend (20.30 Uhr/RTL und Sky) am Hamburger Millerntor: „Und das sieht ja auch das Bundeskartellamt so. Weswegen das Bundeskartellamt natürlich auch sagt: 50+1 muss sich mit den Ausnahmen VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen beschäftigen.“

Vor allem die finanzielle Ungleichheit gegenüber der 100-prozentigen Tochter des Volkswagen-Konzerns stört Göttlich. „Man spielt nicht auf Augenhöhe. (…) Selbst wenn der VfL Wolfsburg in der ersten Liga spielt, spielt er mit sehr vielen Teams dort nicht auf Augenhöhe, weil einfach über Jahrzehnte Geld in Infrastruktur investiert wurde, was sich viele eingetragene Vereine und viele Klubs nicht leisten können.“ Der VfL sei ein Mitbewerber um den Bundesliga-Aufstieg, „mit dem 17 andere definitiv nicht mithalten können“.

Die Aufregung um Pfiffe gegen Wolfsburg-Neuzugang Fabian Reese hält der St.-Pauli-Präsident für überzogen. „Mir ist das alles, ehrlich gesagt, sehr, sehr hochgekocht. Es gibt natürlich Emotionen im Fußball“, sagte Göttlich: „Wenn Spieler sich über Jahre committen, sich festlegen und auch eine Wortwahl treffen, die eine große Verbundenheit zu einem Verein ausdrückt, und dann wechseln sie, dann ist doch klar, dass Emotionen entstehen.“

Grundsätzlich müssten Profis und Funktionäre mit Reaktionen auf ihre Entscheidungen umgehen können. „Wenn wir Pfiffe im Fußball nicht mehr aushalten, dann wird es schwierig“, sagte Göttlich. Anfeindungen wolle er damit nicht rechtfertigen. Er gehe nicht davon aus, dass Reese beim FC St. Pauli „überhaupt ein großes Thema sein wird“.


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