Beim Großen Preis der USA in Austin/Texas (21.00 Uhr/MEZ) kann die Entscheidung in der Fahrer-WM fallen. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli geht von der Pole Position ins Rennen, ist für den Titelgewinn aber von Ergebnissen der Konkurrenz abhängig. Ein Ausblick auf das 18. Saisonrennen.
MATCHBALL: Woher Kimi Antonelli seine Zauberrunde im Qualifying geholt hatte, war auch Toto Wolff ein Rätsel. „Wenn wir das wüssten!“, sagte der Mercedes-Teamchef – und fand dann doch eine ganz simple Erklärung: „Er ist ein spezieller Fahrer.“ Das Training war durchwachsen verlaufen, im entscheidenden Moment hatte Antonelli dann aber die überhitzenden Reifen in den Griff bekommen – Pole! Es war eine womöglich titelentscheidende Runde. Allerdings: Mehr als die Basis für die vorzeitige Krönung in der Formel 1 ist mit dem ersten Startplatz nicht gelegt.
SPIELVERDERBER: Gleich mehrere Fahrer können zum Spielverderber werden, auf zwei aber kommt es ganz besonders an: Um vorzeitig Weltmeister zu werden, muss Antonelli gewinnen, gleichzeitig darf Mercedes-Teamkollege George Russell maximal Neunter werden, Rekord-Weltmeister Lewis Hamilton im Ferrari höchstens Fünfter. Russell startet als Sechster einen Platz hinter Hamilton. Und natürlich ist da noch Max Verstappen. Der Niederländer teilt sich mit Antonelli die erste Startreihe, direkt hinter Antonelli wird Verstappens Red-Bull-Teamkollege Isack Hadjar Druck machen.
HOLPRIG: „Das ist inakzeptabel!“, schimpfte Verstappen schon vor der ersten Ausfahrt auf dem Circuit of The Americas an diesem Wochenende – und war mit seiner Einschätzung nicht allein. Die Strecke vor den Toren der texanischen Hauptstadt ist bei den Fahrern eigentlich überaus beliebt, einen schmerzhaften Nachteil aber hat sie: Bodenwellen. Der lehmhaltige Untergrund unter dem Asphalt arbeitet, das führt im Jahresverlauf immer wieder zu spürbaren Schäden auf der Fahrbahn. Bei den Piloten kann das zu Rücken- und Kopfschmerzen führen. Eine dauerhafte Lösung des Problems ist bislang nicht gefunden. Die ohnehin hohe körperliche Belastung im Rennen wird so nochmals gesteigert.
LIMITS: Wie die Bodenwellen sind auch die Tracklimits in Austin ein alljährlich wiederkehrendes Thema. Allein am Freitag wurden über 200 Verstöße gezählt, was auch dem starken Wind zuzurechnen war. Im Qualifying wurden die Limits Weltmeister Lando Norris im McLaren zum Verhängnis. Im Rennen könnte das wiederholte Überfahren der Streckenbegrenzung Folgen auf das Ergebnis haben: Ab dem vierten Tracklimit-Verstoß werden Zeitstrafen ausgesprochen.