Maradona-Prozess: Angeklagter Arzt sieht sich als „Sündenbock“

Maradona-Prozess: Angeklagter Arzt sieht sich als „Sündenbock“
Gedenken an Maradona in Neapel
picture-alliance/dpa/SID/Arne Dedert

Im Prozess um den Tod der argentinischen Fußballlegende Diego Maradona drohen sechs angeklagten medizinischen Fachkräften lange Haftstrafen – einer von ihnen wehrt sich nun vehement gegen eine Verurteilung. Sein Mandant sei unschuldig und zum „Sündenbock“ gemacht worden, sagte Anwalt Roberto Rallin, der den Arzt Leopoldo Luque vertritt.

Francisco Oneto, ein weiterer Verteidiger, betonte, Maradonas Tod im November 2020 sei auf einen „akuten und unvorhersehbaren“ Herzinfarkt zurückzuführen. Es habe „absolut keine Möglichkeit gegeben, diesen tödlichen Ausgang vorherzusagen.“ Die Staatsanwaltschaft hatte eine zwölfjährige Haftstrafe für Luque beantragt. Insgesamt drohen sechs der sieben Angeklagten den Forderungen der Staatsanwaltschaft zufolge Haftstrafen zwischen vier bis zwölf Jahren.

In ihrem Schlussplädoyer hatte die Staatsanwaltschaft Luques „Untätigkeit“ verurteilt und erklärte, seine Haltung sei angesichts der Warnzeichen, die Maradona gezeigt habe, „immer gewesen, nichts zu tun“. Maradona, Weltmeister von 1986, war am 25. November 2020 zwei Wochen nach einer Hirnoperation im Alter von 60 Jahren gestorben. Todesursache waren laut Obduktion ein Herzinfarkt und ein Lungenödem.


Immer auf dem Laufenden!
Mit dem SID-Newsletter

kostenfrei abonnieren

Diese Meldung ist ausschließlich zur privaten Information, jegliche Weitergabe sowie kommerzielle oder nicht-kommerzielle Nutzung ist untersagt. Bei Interesse, diese und/oder andere SID-Meldungen in Ihren On- und/oder Offlineprodukten zu nutzen, wenden Sie sich bitte an den SID-Vertrieb (sales@sid.de) zur Klärung der Nutzungsrechte.